Die heute noch erkennbare Grenze des Römischen Reiches ist nach der Chinesischen Mauer mit seinen insgesamt 5000 km das längste Bodendenkmal weltweit und ein bemerkenswertes Beispiel römischen Machtstrebens. Er erstreckt sich von der Atlantikküste Nord-Britanniens, über Europa, dem Roten und dem Schwarzen Meer bis hin zu Atlantikküste Nord-Afrikas.
Davon durchlaufen rund 550 km Länge des sogenannten Limes (lateinisch für Grenzwall) Deutschland. Die zwischen 100 n. Chr. und 160 n. Chr. erbauten Grenzsicherungssysteme des Obergermanisch-Raetischen Limes erstrecken sich in insgesamt vier Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz), 150 Kommunen und 20 Landkreisen. Sinn und Zweck des Schutzwalles war es, das Römische Reich von den freien „barbarischen“ Germanischen Stämmen abzugrenzen und zu schützen.
Erreicht wurde dies mit rund neunhundert Wachttürmen, einhundert Militärlagern, unzähligen Kastellen, Steinmauern, Palisaden, Gräben und Erdwällen. Der Limes ist außerdem ein Beweis für die hohe architektonische, geografische und handwerkliche Überlegenheit der Römer, da die künstlich gezogene Grenzlinie deutlich das äußere Ende der durch Rom verwalteten und beschützen Welt zeigte.
Seinen Anfang findet der obergermanische Limes bei Rheinbrohl, der rätische Limes im Rotenbachtal bei Schwäbisch Gmünd und endet nahe Regensburg. Deutliche Überreste der antiken Grenzanlage sind vor allem bei Bad Homburg zu sehen. Auf der rekonstruierten Kastell Saalburg wird nach wie vor ambitionierte Limesforschung betrieben und über das Leben an den Grenzen zur Römerzeit informiert.
Gemeinsam erarbeitet und eingereicht von den Ländern Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, wurde der UNESCO-Antrag 2005 angenommen und der Obergermanisch-Raetischen Limes als Teil des neuen Welterbes „Grenzen des Römischen Reiches“ in die Liste der Welterbestätten aufgenommen. Der Limes wurde damit das einunddreißigste deutsche Welterbe. Zusammen mit dem Hadrianswall in Großbritannien (seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe) bildet der Limes die grenzüberschreitende Welterbestätte "Grenzen des Römischen Reiches".
Der Limes selbst kann zu jeder Uhr- und Jahreszeit besucht werden. Die Öffnungszeiten des Römerkastells Saalburg sind von März bis Oktober täglich 9-18 Uhr und November bis Februar Di-Sa 9-16 Uhr (Montag geschlossen). Kinder unter 6 Jahren zahlen keinen Eintritt, ermäßigte Personen 3,50 Euro und Erwachsene 5 Euro. Ein Besuch der Homepage lohnt sich, um sich über aktuelle Veranstaltungen zu informieren.
Autor: Sina Zantout
Links
Deutsche UNESCO-Kommission zum Obergermanisch-Raetischen Limes
www.unesco.de/kultur/welterbe/welterbe-deutschland/limes.html
Seite der UNESCO (englisch)
whc.unesco.org/en/list/430
Römerkastell Saalburg
www.saalburgmuseum.de
Deutsche Limeskommission
www.deutsche-limeskommission.de

